Obst- und Gartenkultur Vorarlberg

Jahreshauptversammlung mit anschließendem Vortrag über Lästlinge

Am 22.03.2019 fand die Jahreshauptversammlung des OGV Frastanz statt. Im Anschluss daran referierte Mag. Dr. Klaus Zimmermann über Lästlinge im Garten.

Ob nun mit konkretem Schaden verbunden oder einfach nur nervenraubend: Lästlinge sind meist unerwünschten Mitgewohner im Garten. Zur Vorbeugung oder als Erstmaßnahme gab es von Dr. Klaus Zimmermann wertvolle Tipp..

Entscheidend ist zuerst, genau abzuklären um welches Tier es sich handelt. Hier sind die Experten von der inatura in Dornbirn gerne behilflich.

Generell sind alle Tierarten geschützt. Einzelne Arten werden als Schädlinge anerkannt. Lästlinge sind eine Grauzone, denn generell dürfen sie nicht bekämpft werden. Bekämpfung ist erst notwendig, wenn eine Schadschwelle überschritten wurde. Oft ist nur die Belastbarkeitsgrenze der Menschen der Minimumfaktor.

Bei der Bekämpfung ist Vorsicht geboten, vor allem bei Hausmitteln, da diese auch durchaus eine hohe Giftigkeit beinhalten können. Wenn möglich sollen möglichst milde Mittel Verwendung finden, zB Kieselgur (Diatomeenerde).

Asseln

Sie zählen zu den Krebstüren und lieben feuchtes Milieu im Garten.

Gegenmaßnahme: trockenes Milieu schaffen, Bretter auslegen und Asseln darunter dann abklauben. Kartoffel als Köder auslegen. Mit umgedrehten Blumentöpfen voll feuchtem Moos können die Tiere ev. angelockt abgefangen werden. Auch die trocknende Wirkung vom Silikat kann genützte werden.

Ameisen

Sie bringen Feuchtigkeit und Pilzbefall in Wohnungen. Im Garten bewirtschaften sie Blattläuse, verteilen diese über die Pflanzen und schützen die Läuse. Mit Paraffinöl kann ihre Duftspur zunichtegemacht werden. Sie versuchen die Paraffinölfläche zu umgeben. Wichtige Objekte lassen sich durch aufgesprühtes Paraffin schützen. ZB um Hütten oder Glashäuser. Kalk, Lavendel, Tomatenlaub oder andere starkduftenden Substanzen haben eine ähnliche Wirkung. Mit Blumentöpfen lassen sich Ameisen umsiedeln, allerdings mindesten 30 Meter vom ursprünglichen Standort weg, sonst kommen sie zurück. Unter Steinplatten kann durch groben Splitt statt Sand als Ausgleichsschicht ein Ameisenauftreten verhindert werden.

Wespen u. Hornissen

Von den vielen Wespenarten ist die Deutsche Wespe die aggressivste und verursacht am meisten Stress beim Menschen. Wenn Wespen beim Picknick stören, sollte ihnen in einiger Entfernung vorab Süßes, Säfte, ev. Früchte und Fleisch angeboten werden. Die Kundschafterinnen entdecken das und locken ihre Kolleginnen dort hin. Am Esstische ist dann Ruhe.

Erdwespen könnten mit Planen von Wegen abgeschirmt werden.

Asiatischer Marienkäfer

Dieser Marienkäferart ist am schwarzen M oder W am weißen Rückenschild zu erkennen. Die Käfer sind größer wie unseren heimischen und gefräßiger. Leider sind die Asiatischen Marienkäfer mit Mikroben verseucht. Frisst nun eine heimische Marienkäferart einen Asiatischen, infiziert er sich durch die Mikroben und geht zu Grunde. So gewinnen die Asiatischen Marienkäfer wieder und setzen sich auf lange Frist durch.

Die Käfer ziehen im Herbst in Bienenstöcke oder in obere Stöcke von Häusern und wollen dort überwintern. Wenn sie bedrängt werden, sondern sie ein ekelhaftes Sekret ab, dass mehrere Tage lang stinkt. Handschuhe tragen!

Rosenkäfer

Rosenkäferlarven kommen im Kompost oder in Blumentöpfen vor. Sie können auf dem Rücken davon robben. Die anderen Prachtkäferlarven können das nicht!

Im Kompost sind sie positiv, im Blumentopf fressen sie auf der Suche nach Feuchtigkeit auch Wurzeln an und können dort zum Schädling werden. Kompost sollte durchs Gitter geworfen werden, das entfernt einen Großteil der Larven.

Maulwurfsgrille

Ist in Deutschland und der Schweiz ist das Großinsekt geschützt, in Österreich nicht. Die großen Insekten werden als bernsteinfarbiges Ei in etwa taubengroße Nester etwa 25 cm unter der Erde gelegt. Als Larven und später adulte Insekten sind sie Großteiles unterirdisch im Garten unterwegs und ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenteilen aber auch Wurzeln von verschiedenen Pflanzen. Sie fressen aber auch Kartoffel, Karotten, Süßkartoffeln…. .

Gegenmaßnahmen: Die Tiere laufen im Dunkeln an Brettern entlang. Gräbt man hier Gläser bodeneben ein, fallen sie rein. Öl oder Spülmittelwasser in Gänge fester Böden treibt die Tiere an die Oberfläche. Dort können sie dann abgeklaubt werden. Pferdemist eingegraben, lockt die Tiere an. Dort können sie abgefangen werden. Mit Nematoden lassen sich die Tiere bekämpfen.

Stallfliege

Sie überwintern als erwachsenes Tier in geschützten Ecken oder unter Brettern und können daher auch im Winter oder Frühjahr bei Wärme plötzlich auftreten. Da sie Tiere im Augenbereich aufkratzen um Tränensekret zu ernten, können sie Infektionen übertragen.

Feldschnurfüßler (Tausendfüßler)

Der Feldschnurfüßler ist ein dunkler Tausendfüßer der in Massenauftreten (Röns) erscheint. Er besitzt Wehrdrüsen aus dem ein stinkendes, giftiges Sekret im Gefahrenfall ausgespritzt wird. Das Sekret macht schwer entfernbare braune Flecken. Die Tiere lieben feuchtes Milieu auf basischen Böden. Die Tiere werden bis zu 8 Jahre alt. Im Winter gehen sie tief in den Boden.

Nahrung ist Bodenlaub von Linden, Esche, Ulmen u. Erlen, Gras, Moos usw. In heißen Sommern kommt es manchmal zu Massenvermehrungen.

Gegenmaßnahmen: Insektenschutzgitter an Häuser, Fenster- u. Türdichtungen, Klebefallen (Abklebebänder, Doppelklebeband). Silikat (Diatomeenerde = Kieselgur) entlang der Hausfassade stäuben oder flüssig ausbringen.

Gewächshaustausendfüßler

Überlebt im Freien. Sucht im Garten Versteckmöglichkeiten und knabbert Salatblätter an um zur Feuchtigkeit im Salat zu gelangen. Dadurch entstehen Eintrittspforten für Pilze und Bakterien.

Gegenmaßnahmen: Silikat ausstreuen, das wirkt wie Sand im Getriebe der Tiere. In umgedrehten Blumentöpfen mit feuchtem Moos können die Tiere abgefangen werden.

Spinnenläufer (Spinnenassel)

Der Hundertfüßer ist mit 1,2 km/h unterwegs, hat lange Beine und einen schmerzhaften Biss. Das Tier wird bis zu vier Zentimeter groß. Sie leben räuberisch und kommen im Mittelmeergebiet vor.

Zecken

Zecken sind ab 7 °C aktiv. Sie sitzen an Gräser und lassen sich auf vorbeilaufende Wirte abstreifen. Dort saugen sie sich fest und ernähren sich vom Blut der Warmblütler.

FSME (Virus) Impfung unbedingt wichtig, wenn man im Freien arbeitet.

Borreliose (Bakterium): Die Bakterien leben im Darm der Zecken. Saugt der Zecke ca. 12 Stunden an seinem Wirt, spült es die Bakterien in den Wirt und führt dort zu einer Entzündung mit mehr oder wenig ausgeprägten Flecken. Diese weiten sich zunehmend aus. Bei Verdacht unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Mit Mückenspray oder Ballistol (Weißöl oder Waffenöl in medizinischer Qualität) verhindert man, dass Zecken auf den Wirt losgehen. Lange Hosen und geschlossene Schuhe helfen ebenfalls.

Zecken beim Entfernen nicht zusammendrücken, sonst wird der Darminhalt in den Wirt gedrückt. Auch nicht mit Uhu oder Öl abdecken, dann kotzen sie in ihren Wirt und der bekommt wieder die Bakterien ab.

Die Kleidung mit mindesten 60 °C waschen, dann gehen Zecken darin kaputt.

Maulwurf

Schüttet man stark duftenden Pflanzenteile, Jauchen, Buttersäure, Knoblauchextrakt etc. in die Gänge, vertreiben man die Maulwürfe.

Fuchsbandwurm

Der Fuchsbandwurm ist ein gefährlicher Parasit. Jährlich treten etwa 7 von 13 in Österreich auftretende Fälle in treten in Vorarlberg auf. Bei Pilzen, Bärlauch, Wildkräuter, Beeren etc. sollte jedes Pflanzenteil vor dem Verzehr gut waschen werden. Auch die Hände sind gut zu waschen, wenn man Haustiere gestreichelt hat. Diese streichen in befallenem Gebiete herum und könnten die Bandwurmeier am Fell tragen. Der Bandwurm dringt in den menschlichen Körper ein, bohrt sich in die Leber und zerstört diese über 15 - 20 Jahre. In der Folge ist eine Lebertransaktion notwendig, wenn man den Schaden zeitgerecht erkennt.

Wer bei der exakten Bestimmung der Tiere Hilfe braucht, kann Fotos an die Inatura senden und erhält von den Spezialisten zeitnah Hilfe.

Wir danken Dr. Zimmermann für seine informativen und kurzweiligen Ausführungen.


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