Obst- und Gartenkultur Vorarlberg

Hornissen

"Sieben Hornissenstiche töten ein Pferd, drei einen Menschen" heißt es im Volksmund. Leider ist dieses Vorurteil noch immer weit verbreitet.

Doch die Angst vor Hornissen ist unbegründet. Diese wunderschönen und zugleich wehrhaften Insekten sind nicht gefährlicher als eine Honigbiene oder eine Wespe. Nur der Stich ist schmerzhafter, denn das Gift enthält eine als brennend empfundene Substanz und der größere Stachel kann tiefer in die Hauteindringen.

STECKBRIEF - HORNISSE (
Vespa crabro)

Körpermerkmale

Die Hornisse sieht einer Wespe sehr ähnlich. Sie ist jedoch wesentlich größer (40 mm) und robuster gebaut. Beim Fliegen erzeugt sie einen tieferen Summton als eine Wespe oder eine Biene. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Hornisse und Wespe ist die kastanienbraune Färbung der Hornisse.

Fortpflanzung/Nestbau

Nach der Überwinterung an einem frostsicheren Platz sucht sich die junge Hornissenkönigin einen neuen Niststandort und beginnt aus zerkautem Holz ein Nest zu bauen. Für die Aufzucht der ersten jungen Arbeiterinnen ist noch die Königin verantwortlich. Anschließend kann sie sich auf die Eiablage konzentrieren. Im Lauf des Sommers kann der Hornissenstaat eine beachtliche Größe (Durchmesser 2 Meter) und eine Individuenzahl von mehreren hundert Tieren erreichen. Im Herbst sterben die Arbeiterinnen, die Männchen und die alte Königin. Nur die begatteten Weibchen überwintern in der Erde oder im morschen Holz. Sie gründen im nächsten Frühjahr einen neuen Staat.

Ernährung

Hornissen ernähren sich größtenteils karnivor, das heißt sie jagen und erbeuten andere Insekten. In sehr seltenen Fällen fressen die Tiere auch Aas, bevorzugen in der Regel aber lebende Beute. Die Beute eines mittelgroßen Volkes von etwa 300 bis 400 Tieren wird mit einem halben Kilogramm pro Tag angegeben. Da Hornissen auch Nachts fliegen können, tragen sie genau wie die Fledermäuse zur natürlichen Schädlingsbekämpfung und zum Gleichgewicht in der Natur bei. Darüber hinaus bevorzugen sie kohlenhydratreiche Nahrung in Form von süßen Säften wie beispielsweise Fallobst oder Blütennektar.

Verhalten/Gefährlichkeit

Die Hornisse ist ein wehrhaftes Tier, wenn es darum geht, ihr Nest zu verteidigen. Die Gefährdung für Menschen und deren Haustiere wird aber stark übertrieben. Das Gift der Hornisse ist vergleichbar mit dem von anderen Wespen, allerdings nicht identisch - es weist sogar eine geringere Toxizität auf.

Ein Stich ist nur in den seltensten Fällen tödlich (Ausnahme: Allergiker). Tatsächlich sind für eine Lebensgefährdung etwa 500 bis 1.000 intensive Hornissenstiche Voraussetzung. Da nur etwa ein Zehntel der Hornissen eines Nestes stechen, wird diese Zahl niemals erreicht. Stiche durch Hornissen lassen sich durch einen respektvollen Umgang fast sicher vermeiden. Denn die Großwespen sind friedfertiger als gewöhnliche Kleinwespen.

Besonderheiten

Wie Bienen, Hummeln und Wespen verfügen auch die Hornissen über einen Wehrstachel. Er ist evolutionsgeschichtlich aus einem Legebohrer entstanden. Deshalb können nur weibliche Tiere stechen. Ein Hornissenstachel ist bis 3,7 mm lang, ein Bienenstachel 2,5, ein Wespenstachel 2,6 mm. An der Spitze des Stachels befinden sich Stechborsten mit Widerhaken zur Verankerung in der Haut. Weil der Stechapparat stärkere Muskeln besitzt, können Hornissen genau wie Wespen mehrfach stechen.


Verbreitung

Hornissenarten kommen in Europa, Asien, Afrika und Amerika vor. Sie haben sich an feuchtwarme Waldklimate und sogar an trockens Wüstenklima angepasst.

Die Tiere benötigen aber in jedem Fall ausreichend Wärme, um fliegen und überleben zu können. Deshalb sind sie in dauerkalten Gebieten nicht anzutreffen.

In Europa kommen zwei Hornissenarten vor. Beide gehören zur Familie der echten Wespen und sind als Hautflügler auch mit der Honigbiene verwandt.


Gefährdung/Schutz

In Vorarlberg sind Hornissen - genau wie in Deutschland und der Schweiz - ganzjährig geschützt!

Ohne natürliche Feinde (die gelb-schwarze Zeichnung hält mögliche Angreifer fern) kann nur der Mensch den Hornissen gefährlich werden. Intensive Forstwirtschaft zerstört natürliche Brutmöglichkeiten im Wald, in Menschennähe werden die Tiere vergiftet oder ausgeräuchert.

Textquelle: Inatura, Dornbirn - Bildquelle: Madlener Dietmar

Artikel teilen

Teilen auf Facebook
Teilen auf Google+
Teilen auf Twitter
Teilen via E-Mail

Obst- und Gartenkultur Vorarlberg

Unsere über 15.000 ehrenamtlichen Mitglieder sind in 66 Ortsvereinen dem Verband für Obst- und Gartenkultur angeschlossen.

6842 Koblach, Wegelersfeld 10a
E-Mail an den OGV
Bankverbindung: Sparkasse Feldkirch
IBAN: AT15 20604 0310 1173 080
BIC: SPFKAT2BXXX

Sponsoren des Landesverbandes

Bucherverlag
VKW Oekostrom
Peter Dach
Branner Kompostwerk
Baumpflegeteam
SPAR-
Sparkasse
Vorarlberger Gärtner und Floristen
Rosen Waibel
Böhler