OGV Leiblachtal
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OGV Obst- und Gartenkultur Vorarlberg

Leiblachtaler Obst-, Gartenbau- und Landschaftspflegeverein – seit 1978

Aus den Gesprächen mit Zeitzeugen geht hervor, dass früher im Dorf die Versorgung mit Obst und Gemüse eine reine Selbstversorger-Aufgabe war

Bei der Grund- und Häuserschätzung von 1874 finden wir immer wieder Aufzeichnungen von Obstgärten (1/2 - 3 ½ Juchart) und Äckern (1 ½ - 10 Jurchart). Ein Jurchart oder Jauchert ist ein altes, süddeutsches Feldmaß (auch Tagewerk oder Morgen genannt) und entspricht ca. 33 - 47 a.

Schon lange vor den Obst- und Gartenbauvereinen waren in Hohenweiler verschiedene Persönlichkeiten am Obstbau interessiert. In der Schulchronik finden wir Eintragungen über Lehrer und Pfarre, die sich in der Vermittlung des Wissens um den Obstbau verdient gemacht haben:

Für die Jahre 1821 bis 1853 heißt es, dass Pfarrer Thomas Gut besondere Aufmerksamkeit der Obstbaumzucht schenkte. Deshalb hat das Oberkreisamt seinem Antrag, einen Teil seines Widum-Gutes zur Errichtung einer Obstbaumschule für den Unterricht zu verwenden , zugestimmt.

Im März 1914 wurden an die Schüler des 6., 7., und 8. Schuljahres aus der eigenen Baumschule Bäume (Apfel und Birne) geschenkweise abgegeben und bei drei Schülern auch gemeinsam gesetzt. In Zukunft sollte immer das 6. Schuljahr mit Bäumen beschenkt werden, so dass im 7. Und 8. Schuljahr auch noch der ein- und Zweijährige Schnitt an den eigenen Bäumen gezeigt und geübt werden kann.

In den darauf folgenden Jahren finden wir immer wieder in der Schulchronik Aufzeichnungen über zwei- bis dreitägige Obstbaukurse, die von Wanderlehrer Katz aus Mäder abgehalten wurden. Weiters wird darin auch berichtet, dass in den 30er Jahren an verschiedenen Bergschulen in obstarmen Gebieten (z.B. Mellau und Damüls 1.100 kg, Au und Sibratsgfäll 800 kg, Kinderdorf Imst 400 kg) Obst kostenlos abgegeben wurde. Meist brachten die Schüler ihren Anteil mit kleinen Leiterwagen in die Schule - von wo es weiterverteilt wurde. Aber auch im eigenen Dorf bekamen arme Kinder Obst zugeteilt. Dank der Aufzeichnungen der sogenannten "Prehofer-Mappe" sind wir noch in der Lage, etwas über den ersten Obst- und Gartenbauverein in Hohenweiler zur berichten:

Die Gründung war am 29.04. 1920. Die Mitbegründer waren die Brüder Ludwig und Anton Karg. Der Zweck des Vereines war die Förderung des Obstbaues und die möglichst vorteilhafte Verwertung des Obstes in Handel und Wirtschaft. Es wurden Ludwig Karg als Obmann. Gebhard Berkmann als Stellvertreter, Anton Karg als Schriftführer und Hermann Rottmaier als Kassiert gewählt. Bald darauf wurde eine vereinseigene Spritze zur Schädlingsbekämpfung angeschafft. Bei Obmann Karg Konnte man lt. Inserat des Gemeindeblattes Birnen auf einer ganz modernen Heißwass-Anlage dörren lassen. Somit war die wichtigste Grundlage fürs "Singat" (Birnenbrot) gegeben.

1938 wurden die Vereinsunterlagen eingezogen und an die Sicherheitsdirektion weitergeleitet.

Am 21.09.1979 fand im Gasthaus Krone in Hohenweiler die Gründerversammlung des neuen Vereines statt. Durch die Zusammenlegung der Gemeinden Hohenweiler, Möggers, Eichenberg und Lochau erhielt der Verein den Namen " Leiblachtaler Obst- und Gartenbau- und Landschaftspflegeverein" .

Der erste und Langjährige Obmann war Georg Fritz aus Möggers, sein Stellvertreter Herber Linder.

Am 3.10.1981 wurde das Projekt "Vereinseigene Brennerei" bewilligt. Um die Anschaffung finanzieren zu können, konnten sich die Vereinsmitglieder beim Kauf beteiligen und wurden somit Miteigentümer der Schnapsbrennerei. Verantwortungsbewusste Vereinsmitglieder kümmern sich heute noch um die Brennerei und sind den Benützern bei der Abwicklung behördlicher Anträge und Reparaturen behilflich. Bei einigen öffentlichen Auftritten wie z.B. beim ersten Hohenweiler Nahversorgermarkt wurde der Bevölkerung die Kunst des Schnapsbrennens vermittelt. Es konnte sich jeder von der guten Qualität des Feinbrandes überzeugen.

1988 wurde eine fahrbare Mosterei angeschafft. Der Preis von ATS 35.700 war für einen Verein mit einem Mitgliedsbeitrag von damals ATS 50,-- ein großes Projekt. So mussten Vorstandsmitglieder bei der Bank für den Kredit bürgen. Trotz der vielen Reparaturen und der enormen Abnützung wurde alles ordentlich zurück bezahlt. Es wurde vor der Schule gemostet, auf Vereinsveranstaltungen und auf den damals im Entstehen begriffenen Bauernmärkten. Durch die etwas raue Handhabung von verschiedenen Benutzern wurde die Mosterei kaputt und ist nicht mehr im Einsatz.

1991 beschloss der Vorstand die Anschaffung einer Einhand-Motorsäge zur Pflege der Hochstämme. Durch die Aktion "Sichere Gemeinde" erhielt der Verein Schnittschutzhosen in zwei Grüßen und einen Helm, welche Hobby-Holzern zur Verfügung gestellt werden.

Im Laufe der Jahre kam eine Vielzahl an Veranstaltungen zustande, z.B. Wie versorge ich meine Blumen von Balkon und Garten, Frühjahrs- und Herbstschnittkurse, Natur-/Kulturlandschaften, Grundsätze des biologischen Garten- und Landbaues, Vorträge über Hügelbeete mit Besichtigungsfahrt, Biogasvortrag mit Besichtigung, Kräuterwanderungen im Bregenzerwald uns Scheidegg, nicht zu vergessen der Obstlertanz, bei dem jeder Gast ein Glas Obstler bekam. In mehreren Gemeinden wurden die Flurnamen-Wanderungen sehr gut von der Bevölkerung angenommen. Es wurden Bodenproben durch die Landwirtschafskammer durchgeführt, ebenso die Sammelbestellungen von Obstbäumen und Urgesteinsmehl.

Auch der Wald liegt dem Verein sehr am Herzen, was bei verschiedenen Aktionen sichtbar wird: Tännele-Pflanzaktionen mit Schülern, Mehrtägiges Waldseminar, Waldbegehungen und -besichtigungen.

Ein trauriges Kapitel des Obstbaues ist der sogenannte Feuerbrand. Diese hochansteckende Krankheit hat sich von Deutschland kommend, rasend schnell im ganzen Leiblachtal ausgebreitet. In den Jahren 1995 bis 2000 mussten 152 Bäume gerodet und 414 Bäume ausgeschnitten und verbrannt werden. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer und dem Land wurde eine Nachpflanzaktion gestartet. Jeder Betroffene konnte die Anzahl der gerodeten oder vom Sturm entwurzelten Bäume um ATS 50,-- zum Nachpflanzen bekommen. Es wurden Sorten zur Verfügung gestellt, die nachweislich nicht so anfällig für Feuerbrand sind. Der Obst- und Gartenbauverein übernimmt für drei Jahre die Betreuung. Zum Jahresprogramm gehören jeweils eine Lehrfahrt oder ein Ausflug. Ebenso findet einmal im Jahr eine Hauptversammlung mit Vortrag, Kassaprüfung und eventuell Neuwahlen statt. 1995 wurde Ruth Heidegger zur Obfrau gewählt und Georg Fritz ist nun Vize- Obmann.

Aus Hohenweiler Heimatbuch, Vereine S 275 von Heidegger Ruth S 275

Seit 2011 Homepage gemeinsam mit dem Landesverband

29.02.2016 Neuwahlen: Ruth Heidegger Obfrau, Melitta Sohm Vize

Die Brennerei die seit 1981 im Betrieb ist, ist durchgerostet. 2 Tage später am 8 .12.2018 kann Lois Heidegger aus Mögger mit der gebrauchten jedoch neuwertige Brennerei Marke Holstein um € 3000,-- (von Familie Heine aus Langen), mit Genehmigung des Finanzamtes, seinen begonnenen Brand fortsetzen.

20.2.2019 Neuwahlen

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